Fimo Blog

Atemprobleme und Therapie

Eines der häufigsten Symptome, von dem Long Covid Betroffene berichten, ist die Atemnot oder auch Dyspnoe. Diese Begriffe bezeichnen das subjektive Gefühl trotz verstärkter Atmung ungenügend Luft zu bekommen.

Dieses Symptom zeigt sich auch im Zusammenhang mit verschiedensten Erkrankungen mit Ursprung im Herz-Kreislauf-System oder der Lunge. Oft kann die Luftnot Angst auslösen, welche die Symptome durch die erhöhte Anspannung noch verschlimmern kann.

Das kann sehr belastend sein, weil man im Alltag schnell erschöpft ist und Tätigkeiten, die vorher leicht von der Hand gingen, nicht ohne Pause (oder gar nicht mehr) möglich sind. Solltest du unter Atemproblemen leiden, gibt es ein paar Möglichkeiten, besser damit zurechtzukommen.

Die Therapie richtet sich bei Atemnot meist nach der Grunderkrankung. Bei Long Covid ist die ganze Sache etwas komplexer, da die Krankheit noch erforscht wird. In solchen Fällen therapiert man symptomatisch. Es wird also versucht, die Beschwerden im Rahmen zu halten, um das alltägliche Leben wieder zu ermöglichen, ohne dass die Ursache der Krankheit bekämpft wird. Eine unterstützende Atem- oder Physiotherapie kann sinnvoll sein. Besprich dies am besten mit deinem:r behandelnden Ärzt:in.

Die renommierte Mayo-Klinik in den USA empfiehlt Faktoren, die die Atemprobleme verschlimmern können, zu meiden. Dazu gehören z. B. Rauchen, Schadstoffe in der Luft, extreme Lufttemperaturen und körperliche Überanstrengung.
Weitere Möglichkeiten sind:

Atemübungen

Bestimmte Atemübungen (einige davon findest du unten) und eine Lungen-Reha können hilfreich sein, die Beschwerden zu verringern. Letztere besteht hauptsächlich aus Atemphysiotherapie, körperlichem Training und Patient:innen-Schulung, damit du deine Krankheit besser verstehen und damit umgehen kannst. Aber auch Rauchentwöhnung und psychosoziale Beratung gehören dazu.

Haltungen

Du kannst deinen Körper durch bestimmte Körperhaltungen beim Atmen entlasten, sodass du leichter Luft bekommst. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt folgende Haltungen:

Übungen

Wir haben dir ein paar Übungen zusammengestellt, die du ganz einfach in deinen Alltag integrieren und zuhause machen kannst:

Lippenbremse
Diese Übung ist besonders bei akuter Atemnot oder Belastung relevant und bildet die Grundlage aller Atemübungen. Dabei atmest du die Luft durch die Nase ein und durch den gespitzten, nur leicht geöffneten Mund langsam und kontrolliert (gegen die gespitzten Lippen) wieder aus. Die Luft wird, in „pff“ - oder „sss”- Lauten ausgeatmet. Die Atemwege bleiben durch diese Übung weit, die Lunge wird geleert und kann im Anschluss mit frischer, sauerstoffreicher Luft versorgt werden.

Kontrolliertes Atmen
Lege eine Hand auf die Brust und eine auf den Bauch. Schließe deine Augen. Atme dann langsam durch die Nase ein (falls das nicht möglich ist: durch den Mund) und durch den Mund wieder aus. Versuche langsam, entspannt und ohne Anstrengung zu atmen. Achte auf die Bewegungen deiner Hände, während du ein- und ausatmest. Merkst du, wie du dich entspannst und deine Atmung wieder kontrollierst?

Getaktetes Atmen
Getaktetes Atmen kann helfen, deine Atmung bei anstrengenden Aktivitäten richtig einzuteilen. Hierbei teilst du deine Aktivität in kleinere Abschnitte ein, z.B einzelne Stufen oder Schritte. Atme durch die Nase ein, bevor du eine Stufe gehst. Während dem Schritt atmest du durch den Mund wieder aus. Und denk dran: Keine Eile, lege gerne eine Pause ein, wenn du dich nicht mehr fit fühlst.

Fazit

Atemprobleme sind eines der häufigsten Symptome bei Long Covid. Gute Nachrichten: Diese können durch spezielle Haltungen und mit gezielten und regelmäßigen Übungen verringert werden. Wenn du also unter diesem Symptom leidest, versuche deinen Atem über mehrere Wochen jeden Tag 10 Minuten am Tag bewusst zu trainieren. Schaue, ob es dir hilft und informiere dich sonst über weitere Übungen bei deinen Spezialist:innen. Die hier vorgestellten Übungen und Haltungen sind nicht nur bei Long Covid hilfreich, sondern auch bei allen anderen Erkrankungen, bei denen es zu Problemen mit dem Atmen kommen kann.

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